So schnell kann es gehen. Nur 14 Tage ist es her, da wurde Loris Karius in der Arena auf Schalke von den Fans gefeiert. Bei seinem Debüt für die Gelsenkirchener hielt er mit einigen Heldentaten den 1:0-Sieg gegen Preußen Münster fest.
Am Freitagabend - und nach einer wechselhaften Vorstellung beim 2:1-Auswärtssieg gegen Hertha BSC - war er der Unglücksrabe. Der 31-Jährige spielte eine tragende Rolle, als der FC Schalke 04 in der Schlussphase binnen zwei Minuten eine 1:0-Führung gegen Hannover 96 aus der Hand gab. Jannik Rochelt (87.) und Havard Nielsen (88.) drehten aus Sicht der Niedersachsen die Partie.
Insbesondere am 2:1 wird Karius ordentlich zu knabbern haben. Nach einem Eckball von Leopold flog der Keeper am Ball vorbei und faustete ins Nichts.
"Ich hatte oben einen leichten Kontakt gemerkt und hatte das Gefühl, dass das Timing dadurch etwas falsch war", sagte Karius nach dem Spiel bei Sky und ergänzte: "Aber ich habe es nicht gesehen. Das geht auf meine Kappe. Es ist der Fünfmeterraum, ich dachte, ich fauste den locker weg."
Doch wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass Schalke so spät das Spiel aus der Hand gab?
"Das ist die Frage", sagte Karius und ging in die Analyse: "In der ersten Halbzeit hat sich das etwas angefühlt, als wäre nach dem 1:0 etwas die Luft raus. Dann haben wir das in der zweiten Halbzeit besser und kontrollierter gemacht. Doch dann in den letzten fünf Minuten laden wir die Hannoveraner unnötig ein. Das erste Gegentor geht erst an die Latte, da schlaffen wir ein bisschen. Die Ecke vor dem 2:1 können wir ebenfalls verhindern, da gab es keinen Druck. Dann fauste ich daneben. Beschissener kann es nicht sein."
"Zwei dumme Gegentore" sagte Christopher Antwi-Adjei. Er hatte seine Mannschaft nach 27 Minuten noch in Führung gebracht. "Irgendwie passen sie in unsere Situation."
Und was sagte Trainer Kees van Wonderen? "Es ist dasselbe wie immer: Immer weiter machen, die Enttäuschung hinnehmen und weiter machen."